07.06.2008

Joey Johnson zeigt wer der Chef in der August-Bebel-Sporthalle ist

Seit sechs Jahren ist die Wetzlarer August-Bebel-Sporthalle seine sportliche Wahlheimat, dort sind seine Fans mit denen er inzwischen zwölf Titel auf Vereinsebene gewonnen hat. Am Freitagabend zeigte der 32-jährige Kanadier nun auch als „Gast“ wer der Chef in „seiner“ Halle ist. Mit 23 Punkten avancierte der zweifache Paralympicsieger zum Topscorer des munteren Trainingsspiels zwischen der deutschen und der kanadischen Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Herren, das am Ende eindeutig mit 72:51 (23:17/42:31/57:44) an die Nordamerikaner ging. Seit sechs Jahren ist die Wetzlarer August-Bebel-Sporthalle seine sportliche Wahlheimat, dort sind seine Fans mit denen er inzwischen zwölf Titel auf Vereinsebene gewonnen hat. Am Freitagabend zeigte der 32-jährige Kanadier nun auch als „Gast“ wer der Chef in „seiner“ Halle ist. Mit 23 Punkten avancierte der zweifache Paralympicsieger zum Topscorer des munteren Trainingsspiels zwischen der deutschen und der kanadischen Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Herren, das am Ende eindeutig mit 72:51 (23:17/42:31/57:44) an die Nordamerikaner ging.

Unter diesen Voraussetzungen entwickelte sich ein für die Zuschauer munteres und lockeres Match, in dem beide Seiten in Hinblick auf die Paralympics im September zwar viel testeten, doch auch das zaubern nicht vergaßen. So wie Bundesliga-Topscorer Dirk Passiwan aus Trier, als er mit einem spektakulären Hakenwurf von weit jenseits der Drei-Punkte-Linie zur Begeisterung der Zuschauer den 49:61-Anschluss (32.) erzielen konnte.

Oder aber Kanadas Nummer vier, David Durepos, der mit einer lupenreinen Dreierquote bei vier Versuchen lockere zwölf Punkte für sein Team erzielte. Selbstverständlich ließ sich auch Patrick Anderson an alter Wirkungsstätte nicht lumpen und zeigte Fahrtechnik und Ballbehandlung „par excellence“. Zum Topscorer avancierte aber niemand anderes als Joey Johnson, der natürlich besonders motiviert war als „Gast“ in seiner Heimstätte den Fans sein Team Canada zu präsentieren, dass bei den XIII. Paralympics in Peking das große Ziel hat als erste Mannschaft überhaupt drei Goldmedaillen in Serie gewinnen zu wollen. Als Gast machten die Besucher aber auch US-Pointguard Michael Paye aus, der lachend scherzte: „Paralympicsieger werden sowieso wir!“

Auch für Bundestrainer Frits Wiegmann und seinen Co-Trainer Siggi Mörtl aus Biebertal war der Abend gelungen. „Zwar wollte ich nicht unbedingt mit 21 Punkten Differenz verlieren, aber entscheidend ist was die Mannschaft in Peking leisten wird“, so der Niederländer Wiegmann zur Partie, die ihm nach eigenen Aussagen weitere wichtige Aufschlüsse gab, um bis zum Sticktag 20. Juni dem Nationalen Paralympischen Komitee (NPC) in Duisburg seine zwölf Kandidaten für die Spiele in der chinesischen Hauptstadt zu benennen.

Deutschland: Dirk Passiwan (RSC-Rollis Trier, 17/2 Dreier), Lars Lehmann (RSC Frankfurt, 8/2), Lars Christink (Jena Caputs, 5/1), Ahmet Coskun (GSD Porto Torres/ITA, 4/1), Florian Fischer (USC München, 4), Andreas Kress (RSC Frankfurt, 4), Andre Bienek (RSC Frankfurt, 3), Dirk Köhler-Lenz (RSV Lahn-Dill, 2), Björn Lohmann (ASV Bonn, 2), Uli Schmölz (USC München, 2), Thomas Becker (ASV Bonn), Tarik Cajo (ASV Bonn).

Kanada: Joey Johnson (RSV Lahn-Dill, 23), Patrick Anderson (18/1), David Durepos (14/4), Abdi Dimi (6), Adam Lancia (5/1), David Eng (2), Richard Peter (2), Yvon Rouillard (2), Bo Hedges, Ross Norton.

Trotz des Status eines reinen Trainingsspiels und daher nur wenig beworben, standen rund 350 Zuschauer bereits knapp eine Stunde vor Spielbeginn vor der August-Bebel-Sporthalle, wollten die deutsche Auswahl, darunter RSV-Center Dirk Köhler-Lenz und ihren Kapitän Joey Johnson sehen. Aber auch vor allem ein Wiedersehen nach zwei Jahren mit Patrick Anderson feiern. Der 28-jährige Weltklassespieler trug bekanntlich von 2003 bis 2006 ebenfalls das Trikot des mittelhessischen Erstligisten.