12.02.2017

Konzentriert und abgebrüht in die Playoffs

87:58-Erfolg in Wiesbaden sorgt für vorzeitige Qualifikation

Tabellenführer RSV Lahn-Dill hat am Samstagabend seine erste von drei schweren Auswärtshürden binnen drei Wochen bei den Rhine River Rhinos souverän meistern können. Die Mittelhessen entführten mit einem 87:58 (19:33/37:31/63:47)-Erfolg beide Punkte aus der hessischen Landeshauptstadt und liegen in der RBBL weiterhin zwei Punkte vor dem ärgsten Widersacher aus Thüringen. Durch die gleichzeitige Heimpleite des USC München gegen Köln ist der RSV damit bereits vier Spieltage vor dem Hauptrundenende für die Playoffs qualifiziert.

Im Bewusstsein des äußerst knappen Viertelfinales im DRS-Pokal kurz vor Weihnachten, als der RSV Lahn-Dill nur hauchdünn mit 69:66 in Wiesbaden triumphieren konnte, begannen die Gäste hoch konzentriert. Dem 0:2 nach nur neun Sekunden durch André Hopp stand in der sechsten Spielminute bereits eine 14:4-Führung gegenüber, zu der der in die Startformation zurückgekehrte Philipp Häfeli bereits sechs Punkte beisteuern konnte.

Doch der auf Playoff-Kurs liegende Aufsteiger ließ sich von diesem Start nicht aus dem Komnzept bringen und konterte binnen drei Minuten mental stark zum 14:11 erneut durch Hopp. Der Stiefsohn des ehemaligen RSV-Spielers Marco Hopp hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zehn der 14 Zähler der Rhinos erzielt und unterstrich damit die Einschätzung von RSV-Trainer Zeltinger, dass der 27-Jährige die bisher beste Saison seiner Karriere absolviert.

Doch eine Auszeit auf RSV-Seite verbunden mit einer taktischen Umstellung, sollte in der Folge die Kreise des Centers deutlich einschränken. Dies nutzten zunächst jedoch nicht die Gäste aus Wetzlar aus, sondern Hopps Teamkollegen, der US-Amerikaner Tommie Lee Gray und die Kanadierin Janet McLachlan. Beide sorgten im weiteren Verlauf des zweiten Spielviertels dafür, dass die Partie bis kurz vor der Halbzeitsirene beim 28:27 (17.) auf Augenhöhe verlief. Erst in den letzten Minuten des ersten Durchgangs konnte der Tabellenführer noch einmal nachlegen, um mit einem knappen 37:31-Vorsprung in die Kabinen zu gehen.

„Ich war mit unserem Spiel absolut einverstanden“, zeigte sich RSV-Trainer Zeltinger trotz der engen Partie vor der Pause durchaus zufrieden: „Wir haben mit der richtigen Intensität verteidigt und abgebrüht in der Offensive agiert. Wenn wir in der Tiefe der Mannschaft solche Leistungen wie hier in Wiesbaden abrufen, können wir viele Topteams gerade hinten raus in den letzten zehn Minuten mürbemachen“, so der 45-Jährige in seiner Spielanalyse kurz nach der Partie.

Damit bezog sich Zeltinger vor allem auf den zweiten Durchgang, in der der Gast aus Mittelhessen in der Landeshauptstadt absolut souverän aufspielte. Vor dem Seitenwechsel noch vornehmlich aus der Halbdistanz hochprozentig erfolgreich, erkämpfte sich Lahn-Dill nun mehr und mehr auch die Lufthoheit unter beiden Körben und schraubte das Reboundverhältnis bis zum Ende der Begegnung bis auf 36:22 zu eigenen Gunsten. Hinten gutstehend, fielen so die Punkte vorne nun direkt unter dem Rhinos-Korb.

Zunächst sorgte der Schweizer Häfeli nach der Pause für das 50:36 (26.), ehe Jan Haller zu Beginn des Schlussviertels auf 71:47 (32.) erhöhen konnte. Der Nationalspieler glänzte dabei mit einer einhundertprozentigen Trefferquote und erhielt von Zeltinger ein Extralob für seine gute Leistung. „Jan hat seine beste Leistung abgerufen und Mikey brillant Regie geführt“, durfte sich auch Kapitän Michael Paye mit 18 Punkten und 14 Assists einer besonderen Leistung sicher sein. Überhaupt agierte der RSV äußerst selbstbewusst und legte mit einer Trefferquote von sehr guten 67 Prozent den Grundstein für den klaren Erfolg.

Zum Topscorer avancierte jedoch Nationalspieler Thomas Böhme, der am Ende auf 21 Zähler kam und zudem eine bärenstarke Defensivleistung abrief. „Tommy war in der Defense nahezu überall und es fühlte sich fast an, als spielte er für zwei“, so Zeltinger zum Auftritt des 25-Jährigen: „Wir haben seit Januar richtig hart trainieren können und das macht sich jetzt bezahlt. Soweit sind wir im Soll!“

Am kommenden Wochenende steht der RSV Lahn-Dill nun vor seinem letzten Heimspiel in der RBBL-Hauptrunde. Am Samstagabend um 19:30 Uhr gastiert hierzu der Ex-Meister aus Zwickau in der Wetzlarer August-Bebel-Sporthalle, bevor drei Auswärtsspiele in Erfurt, Hamburg und München den Weg in die Playoffs abschließen. Für diese ist der RSV Lahn-Dill durch den Erfolg in Wiesbaden und der gleichzeitigen Heimniederlage des USC München gegen Köln nun bereits vier Spieltage vor dem Ende der RBBL-Hauptrunde qualifiziert.

Wiesbaden: Janet McLachlan (18), André Hopp (16), Tommie Lee Gray (14), John McPhail (4), David Amend (2), Matthias Güntner (2), Lukas Jung, James Palmer, Sedar Antac (n.e.), Britt Dillmann (n.e.), Nikolaus Paul (n.e.), Michael Witte (n.e.).

Lahn-Dill: Thomas Böhme (21), Michael Paye (18), Philipp Häfeli (13), Piotr Luszynski (13/1 Dreier), Joe Bestwick (8), Jan Haller (8), Nico Dreimüller (4), Dirk Köhler (2), Annabel Breuer, Björn Lohmann, Christopher Huber (n.e.).

Topscorer Böhme im Duell mit Janet McLachlan.Jan Haller überzeugte.Kapitän Michael Paye (Fotos: Armin Diekmann).
 
 
 
 
 

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