06.03.2019

Schwerstes Viertelfinale in der Geschichte

Im Champions League Viertelfinale warten drei absolute Spitzenteams

Für den sechsfachen Champions League Sieger RSV Lahn-Dill wartet am Wochenende eine harte internationale Prüfung. Im Viertelfinale der IWBF Champions League treffen die Mittelhessen in Madrid auf DECO Amicacci Giulianova aus der italienischen Serie A, den spanischen Tabellenzweiten Bidaideak Bilbao BSR und den Gastgeber und dreifachen Königsklassensieger CD Ilunion Madrid.

Beim Blick auf das Starterfeld in der spanischen Hauptstadt und das parallel stattfindende zweite Viertelfinale im thüringischen Elxleben, darf getrost vom stärksten Teilnehmerfeld in der Geschichte der IWBF Champions League gesprochen werden. Einen Außenseiter ist in beiden Gruppen nicht wirklich auszumachen. Welche vier Teams, je zwei aus beiden Viertelfinals, sich am Ende für das europäische Final Four am 3. und 4. Mai im polnischen Wałbrzych qualifizieren, wird sich am Sonntagnachmittag entscheiden.

Viertelfinale 1 / Madrid: Bidaideak Bilbao BSR (ESP), Amicacci Giulianova (ITA), RSV Lahn-Dill (GER), CD Ilunion Madrid (ESP).

Viertelfinale 2 / Elxleben: BSR Amiab Albacete (ESP), Briantea ´84 Cantu (ITA), Besiktas Istanbul (TUR), RSB Thuringia Bulls (GER).

Modus & Spielplan

Der Modus ist so einfach wie intensiv, jeder muss gegen jeden binnen der drei Turniertage antreten. Los geht es am Freitag um 16:45 Uhr, wenn der RSV Lahn-Dill im Eröffnungsspiel im Pabellón Rey Felipe VI auf den Tabellendritten der italienischen Serie aus Giulianova trifft. Am Samstag wartet dann um 17:30 Uhr der spanische Tabellenzweite aus Bilbao auf Michael Paye & Co. Den Abschluss bildet am Sonntag um 12:30 Uhr der Champions League Klassiker gegen den frisch gebackenen spanischen Pokalsieger Madrid.

Spielplan: DECO Amicacci Giulianova - RSV Lahn-Dill (Fr., 16:45), CD Ilunion Madrid - Bidaideak Bilbao BSR (Fr., 19:00), Bidaideak Bilbao BSR - RSV Lahn-Dill (Sa., 17:30), CD Ilunion Madrid - DECO Amicacci Giulianova (Sa., 19:45), DECO Amicacci Giulianova - Bidaideak Bilbao BSR (So., 10:15), CD Ilunion Madrid - RSV Lahn-Dill (So., 12:30).

Konkurrenten

Zum Auftakt bekommt es die Mannschaft von Cheftrainerin Janet McLachlan mit einem wahrlich international besetzten Team zu tun. Giulianova, direkt an der italienischen Adriaküste gelegen, ist mit acht Ausländern in das europäische Viertelfinale vorgedrungen. Der britische Weltmeister Simon Brown, der spanische Routinier Roberto Mena oder der Iraner Mortezza Gharibloo sind dabei die bekanntesten Namen im Kader des Tabellendritten der Serie A. Dennoch dürfte bei der Suche nach einem vermeintlichen Außenseiter in Madrid der Name Amicacci Giulianova am häufigsten fallen, doch auf die Italiener haben eine Chance auf das erstmalige Erreichen des Final Four. Die Partie gegen den RSV am Freitag ist eine Premiere für beide Seiten.

Am Samstag kommt es im Duell gegen Bilbao zu einer zweiten Premiere für die Wetzlarer, denn auch den Basken stand der RSV Lahn-Dill in bisher 128 Europapokal-Duellen noch nie gegenüber. Die bisher international eher unbekannten Spanier stehen aktuell vor ihrer erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte und rangieren hinter Tabellenführer Mideba Badajoz auf Platz zwei in der Liga. Im Finale des Copa del Rey, dem spanischen Pokal, musste sich das Team um die beiden Australier Jannik Blair und Tom O´Neill-Thorne Ende Februar jedoch Madrid geschlagen geben, um erst am vergangenen Samstag in der Liga mit 71:62 zurückzuschlagen. Neben dem Duo aus Downunder ist der US-Boy Joshua Turek das bekannteste Gesicht der Basken.

Das Duell mit Gastgeber Madrid zählt zu den absoluten Klassikern in der europäischen Champions League. Seit 2004 standen sich beide Teams bereits neunmal gegenüber, fünfmal rollte der RSV, viermal CD Ilunion als Sieger vom Parkett. Legendär die beiden Endspiele 2015 und 2016, als sich beide Kontrahenten je einen weiteren Titel in der Königsklasse sicherten. Die Gastgeber überzeugen dabei vor allem mit einer enormen Routine, auch wenn die Glanzzeit der aktuellen Spielergeneration langsam aber sicher am verblasen ist. Die Zwillingsbrüder Pablo und Alejandro Zarzuela, der Brite Terry Bywater, der Kolumbianer Rodney Hawkins oder der Australier Bill Latham sind die Stars in einem an großen Namen nicht mangelnden Kader.

Sportliche Ziele

Für den kontinentalen Ranglistenvierten aus Mittelhessen kann es, vollkommen unabhängig von der Schwere der Aufgabe, nur das Ziel Qualifikation für das Final Four in Polen geben. Dass dieses Ziel so schwer wie selten zuvor zu erreichen ist, sei dabei für einen Verein mit einer solch erfolgreichen Europapokalgeschichte zwangsläufig in den Hintergrund gestellt. In den vergangenen 16 Jahren stand der RSV Lahn-Dill stets unter den letzten acht Teams, schaffte 15-mal den Sprung unter die Top vier, stand zehnmal im Endspiel und krönte sich sechsmal zum Champions League Sieger. Eine Rekordbilanz, die kein anderes Team in diesem seit 1976 ausgetragenen Wettbewerb vorweisen kann. Und dennoch wäre auch ein Ausscheiden der Mittelhessen kein Beinbruch, befindet sich das Team doch weiterhin in einem Prozess des Umbaus und absolut im Soll der eigenen Ziele auf der internationalen Bühne.

Historie

Die europäische Königsklasse, gestartet 1976 als West European Cup, geht in diesem Jahr in ihre 44. Spielzeit. Bisher konnten sich 17 verschiedene Teams in die Siegerlisten eintragen, angefangen vom Premieren-Champion ISA Amsterdam bis zum aktuellen Titelträger aus Thüringen. Je fünfmal triumphierten der BC Verkerk Zwijendrecht und Galatasaray Istanbul, der Rekordsieger ist mit sechs Titeln seit dem Jahr 2015 aber der RSV Lahn-Dill. Die Wetzlarer Rollis bestiegen erstmals 2004 als erstes deutsches Team den Thron. Insgesamt bestritten die Wetzlarer Rollis bis heute 128 internationale Pflichtspiele gegen Teams aus 18 Nationen. Stolze 97 dieser Partien beendete der RSV als Sieger, nur 31 gingen verloren, darunter jedoch auch vier Champions League Endspiele.

Drei absolute Spitzenteams warten auf den RSV.Am Donnerstag startet die RSV-Delegation von Frankfurt aus.Hiroaki Kozai trifft erneut auf Rodney Hawkins diesmal im Trikot des Gastgebers (Fotos: Armin Diekmann).