30.03.2019

Und dann war da noch Brian Bell ...

RSV kämpft sich in einem packenden Pokalfight ins Endspiel

Der RSV Lahn-Dill steht im Endspiel um den DRS-Pokal 2019. In einem für die Zuschauer absolut sehenswerten Pokalfight, erreichten sich die Mittelhessen dank einer überzeugenden kämpferischen Einstellung verdient ins 35. Finale um den Deutschen Pokal. Es war mit Sicherheit keine spielerische Glanzleistung gegen starke Trier Dolphins, doch am Ende drehten die Wetzlarer die Partie zu einem 79:74 (19:14/27:31/46:50) Erfolg und ziehen damit in das Endspiel des Final Four von München ein.

„Wir haben nicht gut gespielt, aber uns über den Kampf das Finale am Ende verdient“, so eine sichtlich gezeichnete aber glückliche Cheftrainerin Janet McLachlan Minuten direkt nach der Schlusssirene. Auf der anderen Seite stand den Trierern die Enttäuschung natürlich ins Gesicht geschrieben, auch wenn ihnen für eine ebenso starke Leistung der Respekt für einen klassischen Pokalfight gebührt, der einem Halbfinale alle Ehre machte. Nach einem ausgeglichenen Beginn, war es zunächst der Rekordpokalsieger, der besser ins Spiel fand und sich Ende des ersten Viertels etwas absetzen konnte. Dem 17:10 (9.) folgte zwar noch das 23:14 (11.) durch Brian Bell, doch danach war es zunächst mit der Herrlichkeit im RSV-Spiel vorbei und die Dolphins übernahmen das Kommando auf dem Parkett der Sporthalle an der Säbener Straße. Ein 13:2-Lauf sorgte so schon drei Minuten nach der scheinbar komfortablen Führung für einen 25:27-Rückstand, an dem US-Boy Ryan Wright seinen maßgeblichen Anteil hatte.

Der RSV kam zwar mit großem Willen aus der Kabine zurück, doch Trier spielte clever und jederzeit erfolgreich. Zwischenzeitlich lief der RSV einem 32:40-Rückstand hinterher, der auch Ende des dritten Viertels beim 46:50 noch Bestand hatte. Mitgereisten RSV-Fans wie auch Mannschaft war nun klar, dass nur eine deutliche Leistungssteigerung und absoluter Wille dieses Spiel noch drehen kann. Und beides zeigte der RSV Lahn-Dill im letzten Spielabschnitt. Allen voran Brian Bell, der bisher bereits viel Verantwortung übernommen hatte und schon 14 Punkte auf seinem Konto hatte. Sieben weitere Punkte kamen nun zu Beginn des vierten Viertels binnen vier Minuten hinzu, teils mit großartigen Anspielen von Thomas Böhme oder Michael Paye, teils mit großer individueller Klasse und Athletik vorgetragen.

So ging der RSV mit dem Vorteil einer Führung in die entscheidende Schlussphase. Trier brachte nun die Wetzlarer immer wieder an die Freiwurflinie, um selbst schnell wieder in Ballbesitzt zu kommen. Starke 13 von 16 Versuchen verwandelte eine nervenstarker RSV nun, doch Trier kam stets zurück und lag nach zwei Dreiern der dominant spielenden Diana Dadzite und Dirk Passiwan auch 30 Sekunden vor dem Ende nur mit 74:76 zurück. Am Ende jubelten die Lahn-Diller, im Bewusstsein streckenweise nicht den Basketball gespielt zu haben, den sie können, der aber im Finale am Sonntag zwingend notwendig sein wird, um eine Chance auf den 15. Pokalcoup zu haben.

Trier: Dirk Passiwan (16/2), Diana Dadzite (23/1 Dreier), Ryan Wright (17/1), Mariska Beijer (12), Jack Davey (n.e.), Correy Rossi (6), Frank Doesgen (n.e.), Chris Peters (n.e.).

Lahn-Dill: Brian Bell (27), Michael Paye (22), Philipp Häfeli (12), Thomas Böhme (9), Hiroaki Kozai (7), Annabel Breuer (2), Nico Dreimüller, Christopher Huber, Jan Gans (n.e.), Kai Möller (n.e.).

Brian Bell ließ sich von nichts aufhalten.Der Wille war Hiroaki Kozai ins Gesicht geschrieben.Kapitän Michael Paye motiviert seine Leute (Fotos: Armin Diekmann):